Die Pfarrkirche St. Ulrich

 

Der barocke Kirchenbau

Aus der Gefahrenzone des Rheins weg an den Ostrand der Gemeinde verschoben, steht die Kirche an einem Exzentrischen, aber bei Wassernot sicheren Platz. Pfarrer Johann Leonhard Weltin (1705 – 1778), der in Oberhausen geborene Deutschordenspriester, packte als Seelsorger der beiden Hausen unnachgiebig alle überfälligen Baumaßnahmen an und prägte damit dem Dorfbild bis heute  einen unverwechselbaren Charakter auf.
 
 

Der Kirchenpatron

Pfarrkirche im Dorf und Wallfahrtskapelle am Hochgestade des Oberrheins stehen unter dem Schutz des hl. Ulrich von Augsburg. Neben seiner hohen reichspolitischen Verehrung errang sich St. Ulrich im religiösen Volksbrauch eine besondere Stellung als Fischer-, Wetter-, Reise-, und Winzerpatron. Der seinen Bildern beigefügte Fisch erinnert an das Fischwunder. Gut verständlich ist, dass St. Ulrich als Nothelfer in Wassernöten und Patron der Fischer und Schiffsreisenden bei der besonderen Lage in Oberhausen zum Schutzherrn der hochmittelalterlichen Ortskirche und des Dorfes erkoren wurde.
 

Gebet

Gott, du bist reich an Erbarmen.
Du hast deinem Volk in einer schweren Zeit schwerer Not den heiligen Ulrich als tatkräftigen Bischof geschenkt.
Seine Fürbitte helfe uns, die Gefahren unserer Zeit in der Kraft des Glaubens zu bestehen.
Heiliger Ulrich, bitte für mich!
 

Deckengemälde

Die Deckengemälde stammen aus dem 20. Jahrhundert und stellen dar: Anbetung der Könige, Maria segnet den Auftrag des Deutschen Ordens, Pfingstpredigt des Petrus, das Querhaus wird in den Ecken von den 4 Evangelisten und das Langhaus von Mose und Elija über der Orgel und Petrus und Paulus am Übergang zum Querhaus begrenzt.
 

Die Seitenaltäre

Die beiden Seitenaltäre, Marienaltar und Gallusaltar begrenzen den Blick des Betrachters vom Langhaus aus. Diese Sicht wurde 1994 bei der letzten Innenrenovation geschaffen.
Vor dem Eintreten in die Kirche empfängt der Heilige Ulrich von Augsburg über dem Hauptportal den Besucher.
Wer durch die Turmkapelle in das Innere der Kirche eintritt erfährt einen lichtdurchfluteten Raum, der durch große Fenster das Tageslicht in das Innere hereinlässt. Wenige Ausstellungsstücke schmücken den Raum, der sich auf den Zelebrationsaltar von 2003, geschaffen von Edel Krohmer (Meßkirch) konzentriert, der sich an der Formensprache des Barock orientiert.
 
Als die beiden Hausen-Dörfer während des 16. Jahrhunderts Gefahr liefen, vom Rheinstrom weggeschwemmt zu werden, stifteten sie dem Hl. Ulrich eine Kapelle am Hofgestade in der Nähe der alten, jetzt Ulrichsbrünnlein genannten Verenenquelle, an deren Heilkraft bei lahmen Gliedern alle glaubten. Die Hausener waren überzeugt, dass ihr Fischer- und Schifferpatron die Gebete zu Gott tragen und dem vordringenden Rhein Einhalt gebieten werde. 1765 neu gebaut, 1788 durch die Kirchenreformen des Kaisers Joseph II bedroht, blieb die Kapelle als Stätte des gemeinsamen Gebetes und des Gottesdienstes bis heute erhalten. Im schlichten Innenraum steht ein hölzernes Barockaltärchen mit einem Altargemälde des Hl. Ulrich von Augsburg. Der Kirchenpatron ist umgeben von seinen Attributen Buch, Fisch und Ulrichskreuz. Er segnet Kranke. Votivgaben zeugen noch von der Dankbarkeit der Geheilten. Die Kapelle liegt iyllisch nordwestlich von Oberhausen am Rand der Niederterasse und lohnt einen Besuch für alle, die sich in der Gemeinde am Rhein nach dem schönen, alten Erbe umschauen.
Die angebaute Eremitage wurde bis 1965 bewohnt.
Noch heute verehrt die Bevölkerung ihr Käppele.
In den Sommermonaten ist die Kapelle Sonn- und Feiertags geöffnet.