Advent ist eine Zeit des Wartens -

und doch ist unser Warten heute meist ungeduldig. Wir wollen, dass Dinge sofort geschehen, dass Antworten sofort kommen, dass Wege klar sind. Der Advent lädt uns ein, dieses Warten neu zu entdecken: nicht als Leerlauf, sondern als Weg. Und vielleicht ist genau das sein Geschenk: dass wir wieder lernen Zwischenzeiten auszuhalten. Nicht alles muss sofort fertig, hell, klar sein. Ein Licht brennt ja auch nicht plötzlich ganz hell –es fängt klein an, flackert, braucht Luft und Geduld.

Warten heißt: Raum lassen. Raum für das, was wachsen will, für Begegnungen, für Hoffnung. So wie eine Kerze langsam herunterbrennt und mit ihrem Licht die Dunkelheit milder macht, darf auch in uns etwas reifen, leuchten, stiller werden.
Vielleicht geht es im Advent gar nicht darum, dass wir das Licht finden, sondern dass wir uns von ihm finden lassen – mitten in unserem Unfertigen, mitten im Alltag, mitten im Warten.
Und: vielleicht ist der Advent gerade dazu da, nicht noch mehr zu tun, sondern bewusster da zu sein – in den kleinen Momenten, in denen wir das Licht spüren, das Gott in die Welt sendet. 
 
Für das Pastoralteam, 
Luisa Strittmatter